get together #6

Bei unserem ersten „Get Together“ im Jahr 2018 habt ihr wieder einmal die Möglichkeit uns Falken kennenzulernen und einen netten Abend im Komplex – Infoladen Trier zu verbringen.
Dieses mal möchten wir gemeinsam Auszüge aus dem Essay „Die Seele des Menschen im Sozialismus“ von Oscar Wilde lesen. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig- alle sind herzlich willkommen! 🙂

Update – GetTogether #6 geht in die zweite Runde
Da wir beim GetTogether #6 am 30. Januar nicht den kompletten Essays „Die Seele des Menschen im Sozialismus“ von Oscar Wilde lesen konnten, findet am 6. Februar eine zweite Veranstaltung zu diesem interessanten Text statt.
Eingeladen sind auch alle die den ersten Teil nicht mitgelesen haben! 🙂

Gegen das Vergessen: Henriette Kretz erzählt uns ihre Geschichte

Im Rahmen der Vortragsreihe „Gegen das Vergessen“ kamen am Abend des 19.Oktober 2017. rund 30 Menschen in einem gemütlichen Sitzkreis in der KSJ zusammen, um an der bewegenden NS-Geschichte der Zeitzeugin Henriette Kretz aus Antwerpen teilzuhaben. Organisiert wurde die Veranstaltung von der SJ- Falken Stadtverband Trier.

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„Ist es in Ordnung, wenn ich zwischendurch ein paar Fotos von dir mache?“, fragt Max Basin vor Beginn. „Okay, aber nur schöne!“, antwortet Henriette Kretz pfiffig. Die 83-jährige, die 1934 in eine jüdische Familie in Stanislawów, damals Polen, heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine, geboren wurde, erzählte uns im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen…dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“ ihre persönliche, bewegende Geschichte in der NS-Zeit. Ihre Freunde sowie der Großteil ihrer Familie wurde während des Zweiten Weltkrieges von Nationalsozialisten ermordet. Seit Jahren setzt sie sich nun über Vorträge wie diese in Schulen und Gemeinden dafür ein, die Erinnerung an die NS-Zeit aufrecht zu erhalten. Unterstützt wird sie dabei vom Maximilian-Kolbe-Werk.

Dass Henriette Kretz auch im Alter von 83 Jahren noch zu Scherzen aufgelegt ist, bewies sie an diesem Abend immer wieder. So erzählte sie uns zunächst, dass sie sich stets freut im Dialog mit jungen Menschen zu stehen. Auch als sie uns wissen ließ, sie sei damals der festen Überzeugung gewesen, dass ihre Großmutter eine Hexe sei, als sie sah wie diese ihre Zähne auszog und in einen Becher legte, sorgte dies für einen lauter Lacher in der gemütlichen Runde.

Dennoch ging es in erster Linie um ein sehr trauriges, bewegendes Thema. Henriette Kretz ließ uns detailliert an ihrer Geschichte während der NS-Zeit teilhaben. Schockiert, interessiert und gebannt horchte die Runde, während sie uns erzählte, dass sie in großer Hungersnot lebte, die Juden auf jede erdenkliche Weise ausgegrenzt wurden und sie letztlich den Gedanken hatte, lieber zu verhungern als erschossen zu werden. Nie habe sie sich so einsam gefühlt und war sich zu jeder Zeit darüber im Klaren, dass ihr Leben fremdbestimmt ist. Nach der Ermordung ihrer Eltern konnte sie in ein Waisenhaus fliehen – eine Flucht, die ihr letztendlich das Leben rettete.

Man merkte ihr stets an, worauf sie mit ihren Erzählungen hinauswollte: Hass, Ausgrenzung und Verurteilung – all das spielte während der NS-Zeit eine tragende Rolle. Leider ist dies auch in der heutigen Gesellschaft noch immer der Fall. „Wir haben ein Problem, das gelöst werden muss“, mahnte sie. „Hass hat noch immer keine Grenze. Wenn er nicht die Juden trifft, dann die Moslems.“ Wenn sie sehe, was sich in der Welt tut, bekomme sie es mit der Angst zu tun. Das Einzige, was in solchen Zeit hilft, ist das Zusammenschließen und das gemeinsame Handeln und Einsetzen gegen Extremismus. Diese Ansicht betonte Henriette Kretz unentwegt und stieß damit auf ein einstimmiges Nicken ihrer ZuhörerInnen.

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„Ich hätte Ihnen gerne etwas Schöneres erzählt. Aber Sie sehen – es geht mir gut.“ Ja, es geht ihr heute gut, das merkten wir alle. Dennoch wurde uns allen durch diese Geschichte klarer denn je, dass wir uns weiter und noch stärker gegen Extremismus einsetzen müssen. „Welchen Rat können Sie uns im Kampf gegen Extremismus geben?“, fragte Melanie Breinig von der Partnerschaft für Demokratie in der Fragerunde am Ende des Vortrages. Henriette Kretz erwiderte: „Ich kann Ihnen ein Rezept für eine gute Suppe geben. Aber leider nicht dafür, wie man Menschen überzeugt.“ Dies bleibt nach wie vor unsere größte Herausforderung. Menschen wie Henriette Kretz zeigen uns, dass Projekte gegen Rechtsextremismus notwendiger sind denn je, und vor allen Dingen – dass wir nie aufhören dürfen, über die NS-Zeit aufzuklären, um stets die Hoffnung zu wahren, dadurch Ähnliches oder Schlimmeres verhindern zu können.

Das Projekt des Jugendforums wird durch die Partnerschaft für Demokratie gefördert. Diese ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

„Gegen das Vergessen – …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“

„Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung.“

Die Falken Trier laden in diesem Jahr zu der Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen – …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“ ein. Wir wollen an die Ermordeten und an die Überlebenden erinnern, an die Deportierten, an das Wegsehen und Mitmachen der deutschen Gesellschaft bei den Verbrechen der Nazis. Wir wollen auch an diejenigen erinnern, die Widerstand leisteten, obwohl es aussichtslos schien, die einen Rest Menschlichkeit noch in den KZ verteidigten.

Heute ist Erinnern dringender denn je: wenn getan wird, als sei Antisemitismus ein Phänomen der Vergangenheit, das nichts mit der Gegenwart zu tun habe und wenn Stimmen laut werden, man müsse die Leistungen der deutschen Mörderbanden in zwei Weltkriegen würdigen. Dieser beispiellosen Geschichtsvergessenheit, der Unmenschlichkeit des gewollten Vergessens, wollen wir etwas entgegensetzen, „daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ähnliches geschehe.“

Freundschaft statt Vaterland!

 

Save the Dates:

19.10. / 18 Uhr / KSJ/Raute (Weberbach 72)

Henriette Kretz wurde 1934 geboren. Als Kind überlebte sie die Verfolgung und den Terror durch die Nazis. Bis heute sucht sie das Gespräch mit Jugendlichen und Erwachsenen, um die Erinnerung an die Verbrechen weiterzugeben und die Menschlichkeit zu verteidigen.

12.11. / 15 Uhr / Treffpunkt Hauptmarkt Trier

Stolpersteine, das sind die kleinen Platten aus Messing, die in den Gehweg eingelassen sind. Jede von ihnen ist eine Gedenktafel für genau einen Menschen, der Opfer des Nationalsozialismus wurde. Verlegt sind die Steine dort, wo die Opfer ihren letzten selbst gewählten Wohnort hatten. Wir wollen diese Steine putzen und uns dabei mit den Menschen, an die sie erinnern, beschäftigen. 

14.11. / 19 Uhr / Komplex Infoladen Trier (Horstraße 7)

Zur Vorbereitung auf die Fahrt nach Remagen werden wir uns mit den Nazi-Strukturen vor Ort, dem Kult um die Rheinwiesenlager, die „Schwarze Madonna“ und der Erinnerung an die Opfer der Nazis beschäftigen.

18.11. / 7:30 Uhr / Treffpunkt tba

Wir wollen mit möglichst vielen Menschen aus Trier und Umgebung mit dem Bus nach Remagen fahren. Dort wird gegen den jährlichen Nazi-Aufmarsch protestiert. Eine Antifaschistische Spurensuche ist diesen Themen gewidmet: jüdisches Leben in Remagen, Remagen unterm Hakenkreuz, ein antifaschistischer Widerstandskämpfer aus Remagen, Neonazis in Remagen, Betroffene von Neonazigewalt und der lange Kampf um Anerkennung.

06.12. / 18:30 Uhr / Treffpunkt Rathaus

Hans Eiden war Kommunist und Widerstandskämpfer aus Trier. Die Nazis deportierten ihn ins KZ Buchenwald. Als Lagerältester war er maßgeblich an der Rettung vieler Gefangener vor der Ermordung und an der Befreiung des Lagers im April 1945 beteiligt. In Trier wird kaum an ihn und seine Mitstreiter*innen erinnert.

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Der Stadtrundgang beschäftigt sich mit linker Politik und Antifaschismus in Trier nach 1945 und soll eine Brücke in die Gegenwart schlagen.

Weitere Informationen findet ihr auf unserer Facebook Seite https://www.facebook.com/falkentrier/ . Bei Fragen, schreibt eine Mail an trier@falken-rlp.de .

Das Plakat zur Veranstaltungsreihe findet ihr hier als Download.

 

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert vom Jugendforum Trier im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ des BMFSFJ.

Antifaschistischer Stadtrundgang

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Antifaschistischer Stadtrundgang

Genauer Startort und Startzeit werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

Zum Abschluss unserer Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen- …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“ werden wir uns auf den Weg machen, an einige Antifaschist*innen und wichtige Orte in Trier zu Erinnern. Dabei werden wir uns mit den 1920er und 1930er Jahren beschäftigen, aber auch an Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit erinnern. Abschließend wird es noch die Möglichkeit geben auf Gespräche und kalte Getränke im Komplex – Infoladen Trier.

Gedenken an Hans Eiden

06.12. / 18:30 Uhr / Treffpunkt Rathaus

Gedenken an Hans Eiden

Anlässlich des Todestages von Hans Eiden findet im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen- …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“ am 6. Dezember 2017 eine Gedenkdemonstration statt. Los geht es um 18:30 Uhr am Trierer Rathaus, von wo aus wir gemeinsam zum Hans Eiden Mahnmal in der Engelstraße gehen werden.

Wer war Hans Eiden?

Hans Eiden war ein kommunistischer Widerstandskämpfer aus Trier. Er engagiert sich in der Kommunistischen Partei Deutschlands und in deren Nebenorganisation Kampfbund gegen den Faschismus. Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 wurde er für drei Jahre in ‚Schutzhaft‘ genommen. Nach drei weiteren Jahren im Zuchthaus wurde Eiden 1939 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort musste er bis zur Selbstbefreiung des Lagers im April 1945 bleiben. An dieser war er als Lagerältester maßgeblich beteiligt. Er koordinierte den Widerstand im Lager und organisierte nach seinen Möglichkeiten den Schutz seiner Mitgefangenen. Seine Stimme war es schlussendlich auch, die den etwa 21000 Überlebenden im Lager die Flucht des Großteils der SS-Wachmannschaften verkündete.

Warum gedenken?

Für uns ist Hans Eiden ein Vorbild. Sein unerschöpflicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus, dem so viele ihr Leben verdankten, ist mehr als beeindruckend. Seine Vorstellung einer Welt frei von Faschismus und Menschenverachtung hat er niemals aufgegeben. Darum, und auch weil wir diesen Traum teilen, setzen wir uns für ein Gedenken an Hans Eiden in seiner Heimatstadt Trier ein.

Ein solches Gedenken findet in Trier kaum statt. Am 6. Dezember 1995 (also ganze 45 Jahre nach seinem Tod) wurde ein Mahnmal zu Ehren Hans Eidens vor dessen Geburtshaus in der Engelstraße errichtet. Darüber hinaus erinnerten vereinzelt Initiativen an ihn und sein Leben. Dennoch ist sein Name nur den wenigsten Menschen in Trier geläufig. Die Demonstration am 6. Dezember möchten wir daher auch nutzen um darüber nachzudenken wie eine angemessene Erinnerungskultur aussehen kann.

Kommt zur Gedenkdemonstration am 6. Dezember 2017 um 18:30 Uhr am Trierer Rathaus! Gegen das Vergessen- …dass Auschwitz nicht noch einmal sei!

Unterstützer*innen:
Ak Trier im Nationalsozialismus der AG Frieden Trier
SDAJ Trier
Kosmopolitische Plattform – Trier
Für ein buntes Trier, gemeinsam gegen Rechts
Multikulturelles Zentrum Trier

Gemeinsame Anreise zur Antifaschistischen Spurensuche in Remagen

18.11. / 7:30 Uhr / Treffpunkt tba

Gemeinsame Anreise zur Antifaschistischen Spurensuche in Remagen

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen!- …das Auschwitz nicht noch einmal sei!“ werden wir gemeinsam nach Remagen fahren, um dort an der Antifaschistische Spurensuche in Remagen teilzunehmen. Im Mittelpunkt der Spurensuche werden folgennde Themen stehen: Jüdisches Leben in Remagen, Remagen unterm Hakenkreuz, ein antifaschistischer Widerstandskämpfer aus Remagen, Neonazis in Remagen, Betroffene von Neonazigewalt und der lange Kampf um Anerkennung.
Mit unserem Besuch der Spurensuche wollen wir ein klares Zeichen gegen den am selben Tag statt findenden, Naziaufmarsch setzen. Wir laden euch alle ein mit uns zu fahren! Infos zum Bus werdet ihr unter trier@falken-rlp.de oder natürlich auf unseren weiteren Veranstaltungen erhalten.

get together #5- Remagen Special

14.11. / 19 Uhr / Komplex Infoladen Trier (Horstraße 7)

Get Together #5- Remagen Special

Wir laden euch ganz herzlich zu unserem fünften „Get Together“ ein. Dieses Mal wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe Gegen das Vergessen- „…dass Auschwitz nicht noch einmal sei!“ uns mit dem Naziaufmarsch, der Antifaschistischen Spurensuche in Remagen (die beide am 18.11. stattfinden werden), mit den regionalen Nazistrukturen und mit den Opfern rechter Gewalt in Rheinland-Pfalz beschäftigen.

Bei der Veranstaltung könnt ihr euch einen Platz im Bus nach Remagen sichern.

 

Stolpersteine Putzaktion

12.11. / 15 Uhr / Treffpunkt Hauptmarkt Trier

Stolpersteine Putzaktion

Anlässich des Jahrestages der sog. Reichspogrommnacht, die in der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 statt fand, wollen wir nicht nur in stillen Gedenken verharren. Wir wollen aucht aktiv werden.
Dazu werden wir uns am 12.11.2017 am Marktkreuz auf dem Hauptmarkt Trier treffen, um in Kleingruppen durch die Stadt zu gehen und Stolpersteine zu putzen. Ziel ist es, die Stolpersteine in neuen Glanz erstrahlen zu lassen, damit auch in den nächsten Tagen und Wochen Menschen, die an den Stolpersteinen vorbei kommen, an die schrecklichen Geschehnisse erinnert werden.

Stolpersteine, das sind die kleinen Platten aus Messing, die in den Gehweg eingelassen sind. Jede von ihnen ist eine Gedenktafel für genau einen Menschen, der Opfer des Nationalsozialismus wurde. Verlegt sind die Steine dort, wo die Opfer ihren letzten selbst gewählten Wohnort hatten.
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demning. Seit 1992 werden diese Steine in vielen Deutschen Städten verlegt.

Die Putzmittel werden zur Verfügung gestellt.

Zeitzeuginnengespräch mit Henriette Kretz

 

19.10. / 18 Uhr / KSJ/Raute (Weberbach 72)

Zeitzeuginnengespräch mit Henriette Kretz

Henriette Kretz wurde 1934 geboren. Als Kind einer jüdischen Familie erlebte sie die Flucht vor den Deutschen, als diese 1939 Polen überfielen. 1941 holte der Krieg die Familie ein. Sie wurde aus ihrer Wohnung vertrieben und musste in ein Ghetto umsiedeln. Die Eltern wurden ermordet, Henriette Kretz konnte entkommen und sich in einem Kloster verstecken. Sie überlebte.
Nach dem Krieg lebte sie in Belgien und Israel. Sie ist bis heute aktiv, um die Erinnerung an die Shoah am Leben zu erhalten. Sie spricht mit Jugendlichen und Erwachsenen über ihre Erlebnisse.
Wir freuen uns sehr Henriette Kretz im Rahmen unserer Projektreihe zum Thema Erinnerungskultur begrüßen zu dürfen. Die Veranstaltung wird gefördert vom Jugendforum Trier im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ des BMFSFJ.

Marx Tresen ?!

Im Anschluss an das Programm vom Marx!?-Kongress an der Universität Trier 2017 findet am Donnerstag den 12.10. ab 20:30 Uhr ein Falken Tresen im Komplex – Infoladen Trier statt.
Wir laden alle Teilnehmende am Kongress, alle linken „Erstis“ und alle die Donnertags Abends einfach nur ein gekühltes Getränk im Laden trinken wollen herzlich ein um sich kennen zu lernen oder um über Marx zu diskutieren.